Die „Überbewertung“ des Frankens schwächt sich ab.

26. March 2018
-News, IAM

Jean-Louis Richard, Senior Financial Analyst

Der Schweizer Franken hat seine Anziehungskraft als sicheren Wert nicht verloren, wie es sich seine Aufwertung gegenüber dem Euro Anfang 2018, zum Zeitpunkt als die Märkte fielen, gezeigt hat. Über einen längeren Zeitraum wird die Abwertung der nationalen Währung jedoch nicht infrage gestellt: Über ein Jahr hat sich der Franken um 9% gegenüber der Gemeinschaftswährung abgewertet. Diese Bewegung hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu bewogen, ihre Einschätzung der monetären Lage zu ändern. In der Tat wird die Währung nicht mehr als „deutlich überbewertet“ bezeichnet, sondern nur noch als „hoch bewertet“.

Gegenüber dem Dollar, der zweitwichtigsten Währung für den Schweizer Aussenhandel, hat sich der Franken nicht abgeschwächt – im Gegenteil, hat er in den letzten 12 Monaten um 5% zugelegt. Daraus resultiert, dass der Franken sich nur um rund 2% im Schnitt gegenüber allen Devisen abgeschwächt hat. Eine so kleine Veränderung rechtfertigt die geänderte Wortwahl der SNB nicht. Ein weiterer Faktor wurde daher wahrscheinlich berücksichtigt: die Inflation.

Die Teuerungsrate ist in der Schweiz meist langsamer als in den meisten Ländern. Der kleinere Rückgang des Geldwerts in der Schweiz rechtfertigt, dass der Franken zur Aufwertung tendiert. Dies ist was der reale Wechselkurs des Frankens versucht auszudrücken – oder anders gesagt, ein Wechselkurs bereinigt von den Inflationsunterschiedenen der Länder.

Laut diesem, von der SNB veröffentlichten Wert, hat der Franken bei der Rücksichtnahme der Konsumpreise um 4% an Wert verloren, bei den Produktionspreisen sogar 6%. Der Rückgang ist wesentlich und kann die Entwicklung der SNB erklären. Über 10 Jahre hat der Franken jedoch real immer noch um 16% zugelegt…

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