Beschleunigtes Wachstum in Europa und den Emerging Markets

09. November 2017
-News, IAM

Hugues Chevalier, Economist

Die weltweite wirtschaftliche Erholung hat sich in den letzten Monaten fortgesetzt. Dieser Aufschwung ist nun weltweit synchron, sowohl in den entwickelten Ländern wie auch in den Emerging Markets. Dieses Jahr wie auch 2018 werden die Wachstumsraten weit über ihrem Potenzial sein, aber sie dürften sich nicht mehr beschleunigen. In der Tat nehmen die Frühindikatoren nicht mehr zu und scheinen in mehreren Ländern ihr Maximum erreicht zu haben. Der Zyklus hat bis jetzt noch kein markiertes Ungleichgewicht, z. B. bei den Preisen. Die Inflation bleibt überall schwach, trotz des generellen Rückgangs der Arbeitslosigkeit. Dies ermöglicht es, eine lockere Geldpolitik beizubehalten und so das Wachstum zu unterstützen. Aber in den nächsten Monaten muss mit leicht steigenden Konsumpreisen gerechnet werden, wegen steigender Löhne in Ländern, wo die Arbeitslosenquote am Tiefpunkt angelangt ist.

 

Bestehen bleibt der Anlass für Optimismus auf den Finanzmärkten, dank dem Wachstum und der Abwesenheit der Inflation. Die Risiken für die Weltwirtschaft sind dennoch nicht ganz verschwunden: Die Aktivität in China scheint zu stagnieren und die fehlende Wirtschaftspolitik in den USA verhindert einen wirklichen Aufschwung der Aktivität. Ausserdem könnte eine schneller als erwartete Straffung der Geldpolitik durch die Fed zu Spannungen in den Emerging Markets führen. Gesamtheitlich betrachtet, sollte das weltweite Wachstum dieses Jahr 3.8% und 2018 3.9% erreichen. Dies entspricht 0.3 und 0.1 Prozentpunkten mehr als unsere Vorhersagen im letzten Quartal.

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