Die guten Sachen behalten – nicht verkaufen!

21. Dezember 18
-News, IAM

Erika Mesmer, Client Relationship Manager

Beim Investieren geht es darum, Entscheidungen zu treffen, manche sind gut, andere weniger. Beim Nachdenken über erfolgreiche Entscheidungen oder Misserfolge ist das Timing häufig der zentrale Diskussionspunkt: Wurde das Wertpapier zum richtigen Zeitpunkt gekauft, d. h. als es günstig war? Und zu einem höheren Preis verkauft, wenn möglich sogar zum Höchstwert? Den richtigen Zeitpunkt zu finden, ist jedoch fast unmöglich…

Bei der Betrachtung schlechter Investitionsentscheidungen ist das Offensichtlichste die Investition in eine Aktie, die nach dem Kauf an Wert verliert. Eine andere Situation, über die die Leute oft nachdenken, ist die verpasste Gelegenheit, eine Qualitätsaktie zu kaufen, die sich dann gut entwickelte.

Aber wie oft reflektieren Sie über die zukünftige Wertentwicklung von Aktien, die Sie in der Vergangenheit verkauft haben?

Wenn sich ein Wertpapier gut entwickelt hat und seine Bewertung hoch ist, besteht die Versuchung, die Position zu veräussern um Gewinne zu realisieren. Wenn wir jedoch ein Qualitätsunternehmen halten, ist das Potenzial für zusätzliche Gewinne auf lange Sicht gross.

Um den Verkauf zu vermeiden, ist es wichtig zu verstehen, dass die Entscheidung, ein Wertpapier nicht zu kaufen, weil es derzeit teuer ist, kein Signal für den Verkauf ist. Wenn Sie das Glück haben, ein Qualitätsunternehmen, mit einem starken Management und einer guten Sichtbarkeit der zukünftigen Einnahmen zu halten, behalten Sie es, da Sie noch lange davon profitieren können.

Ein nahe liegendes Beispiel bei den Schweizer Aktien sind die Werte von Lindt & Sprüngli. Das Unternehmen verfügt über ein ausgezeichnetes Management und ein solides Geschäft, das regelmässige Einnahmen generiert. Die heutige Bewertung ist sehr hoch und kann daher als zu teuer für einen Kauf betrachtet werden. Die glücklichen Aktionäre, die schon investiert sind, sollten es jedoch weiterhin bleiben.

Marktturbulenzen können Kaufgelegenheiten bieten. Richemont zum Beispiel, ein zyklischeres Unternehmen, das in der Luxusbranche tätig ist, hat seit Jahresbeginn stark gelitten und etwa 25% seines Wertes verloren. Betrachtet man einen längeren Zeithorizont von etwas mehr als zehn Jahren seit Ende 2007, kurz vor der Finanzkrise, sehen wir, dass das Unternehmen trotz der sehr schwierigen Periode des Jahres 2008 eine jährliche Rendite von über 6% erwirtschaftet hat. Die Zukunftsaussichten sind aufgrund des Qualitätsmanagements und der hervorragenden Produkte weiterhin positiv. Der jüngste Kursrückgang der Aktie kann daher Anlegern, die das Unternehmen noch nicht halten, eine Kaufgelegenheit bieten. Und für bestehende Inhaber werden Geduld und Disziplin auf lange Sicht mit starken Erträgen belohnt werden.

Das gesamte IAM-Team wünscht Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019.

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