Vorsorge: Umverteilung oder mehr Risiko?

16. January 2018
-News, IAM

Erika Mesmer, Client Relationship Manager

Der Beirat Zukunft Finanzplatz hat dem Bundesrat seinen Jahresbericht 2017 vorgelegt. Beim Thema Altersvorsorge und Finanzsektor hebt er interessante Fakten und Überlegungen hervor.

Bei einem Umwandlungssatz von 6.8% reicht das Kapital bei einer konstanten Verzinsung des von 1% über 15 Jahre und bei einer konstanten Verzinsung von 3% über 20 Jahre. Da im aktuellen Tiefzinsumfeld der „dritte Beitragszahler“ seinen Beitrag nicht genügend leisten kann, kommt es zu Quersubventionierungen von Aktiven zu Rentnern. Im Jahr 2015 betrug der Betrag in der 2. Säule 5.3 Milliarden. Der Beirat kommt zum Schluss, dass ein Automatismus fehlt, der den Umwandlungssatz den gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen anpasst und somit die steigenden Lebenserwartungen und das Tiefzinsumfeld mit den reduzierten Anlagerenditen berücksichtigt.

Ein zweiter Punkt, den der Beirat in seinem Bericht anspricht, ist das enge Korsett für die Anlage von Pensionskassengeldern, welche wenig Spielraum für einen erfolgversprechenden Mix der Anlagen und Risiken bietet. Hier stösst die Gruppe eine Überlegung an, die herkömmlichen Anlagerichtlinien, basierend auf Limiten abzuschaffen und mit Verhaltensrichtlinien für PK-Verantwortliche zu ersetzen. Der Prudent Investor hätte somit grösser Freiräume, trüge aber gleichzeitig auch grössere Verantwortung.

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